Newsletter 2016/06

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CompGen aktiv bei DAGP

Die am 28. Mai 2015 in St. Paul, Minnesota, USA begründetete German American Genealogical Partnership (GAGP, deutsch: Deutsch-amerikanische genealogische Partnerschaft, DAGP) der Germanic Genealogy Society (GGS), der Pommern Regional Group of Minnesotaund der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Genealogischer Verbände (DAGV) schließt alle Mitgliedsvereine der DAGV ein. CompGen wird sich darüberhinaus als aktives Mitglied an den weiteren Aktivitäten der GAGP beteiligen und an diesen mitwirken. 2017 findet vom 28. bis 29. Juli im amerikanischen Minneapolis, Minnesota die erste „International Germany Genealogy Conference“ statt. Die Vorsitzende der GGS, Kim Ashford, und der Leiter der DAGP, Kent Cutkomp, haben alle deutschen Vereinsvorsitzenden zu dieser Veranstaltung eingeladen. Wer Interesse hat, an der Veranstaltung mitzuwirken und vielleicht einen Vortrag halten möchte, kann sich aktuell beim Call For Presentations bewerben.

Compgen beim Famillement

Großer Besucherandrang am CompGen-Stand beim Famillement 2016. Fast 2900 Besucher wurden beim großen Informationstag am 2. Juni im und vor dem Stadtarchiv Utrecht gezählt. CompGen war zum dritten Mal beim Famillement dabei, das 2012 im Maastricht und 2014 in Leiden stattfand, diesmal gleichzeitig am Jahrestag der Stadtrechte-Verleihung im Jahre 1122. Auf dem Vorplatz waren überdachte Stände aufgebaut, auf zwei Etagen des Archivs boten Vereine, Archive und Gruppen ihre Informationen an. Im Begleitprogramm gab es Vorträge und Workshops aus vielen Bereichen der Genealogie.

Der Andrang am Stand unseres Vereins und der benachbarten Aachener Gruppe der Westdeutschen Gesellschaft war sehr groß. Zeitweise standen die Interessenten mit ihren Fragen in Viererreihe vor unseren Rechnern. Alle hatten Fragen zur Herkunft ihrer deutschen Vorfahren und Verwandten, viele im benachbarten Oldenburger Land, Westfalen und Rheinland, aber auch z.B. in Ostpreußen. Auch berührende Schicksale waren dabei: So suchte eine Enkelin ihren deutschen Großvater, der im Zweiten Weltkrieg sich mit einer Niederländerin in Holland angefreundet hatte, dann aber wieder nach Deutschland zurück ging. Auch wenn natürlich nicht allen geholfen werden konnte, so sind doch einige weiterführende Informationen geflossen. Auch ein paar direkte Treffer konnten wir den Anfragenden vermitteln.

Unser kostenloser Sonderdruck der Computergenealogie war bereits am frühen Nachmittag vergriffen. Auch Hefte der Zeitschrift und die „Familienforschung“ fanden ihre Abnehmer. Für den Verein für Computergenealogie war es eine sehr positive Veranstaltung, perfekt organisiert und für Aussteller und Besucher kostenfrei. Selbst der Internetzugang im Archiv war gut und frei zugänglich. (Peter Zabel/Günter Junkers)

Projekt-Informationen

DES Ausweisungslisten

Inzwischen sind 24 Jahrgänge auf über 1800 Seiten mit mehr als 17.000 Datensätzen aus dem Bayerischen Zentral-Polizei-Blatt erfasst. Zwei weitere Jahrgänge (1876 und 1877) mit 60 Seiten sind zur Online-Erfassung freigegeben. Die Erfassung ist hier besonders einfach, da die Scans ein besonders klares Schriftbild haben. Die Amtsblätter der königlichen Regierungen waren die öffentlichen Verkündungsblätter für die preußischen Regierungsbezirke. Im Amtsblatt der königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin sind sporadisch Listen von ausgewiesenen Personen enthalten, die aus dem Deutschen Reich ausgewiesen wurden (und nicht nur aus dem Regierungsbezirk Potsdam und Berlin). Die Listen bieten neben genealogischen Daten auch Rückschlüsse über Werdegang und Wanderungsbewegungen. Deswegen sind sie für die Genealogie von höchstem Nutzen. Keine der Personen besaß die deutsche Staatsbürgerschaft (= Ausländer im Sinne des Gesetzes); die Mehrzahl der Personen stammt aber aus dem damaligen deutschsprachigen Ausland (Schweiz, Österreich-Ungarn). Es werden für dieses Projekt noch Erfasser gesucht. Viel Dank an alle Mittipper! (Jörn Bartels)

DES Gauner und Vagabunden

Bei dem Buch „Actenmäßige Notizen über eine Anzahl Gauner und Vagabonden des nördlichen Deutschlands“ handelt es sich um einen Vorgänger der bisher erfassten Polizeiblätter. Es wurde 1828 von G. L. Giese, einem königlich hannoverschem Amtsassessor herausgegeben. Es ist eine Sammlung vieler Beschreibungen von gerichtsbekannten Gaunern, sowie deren Familienmitgliedern und Partnern. Das Buch deckt das Gebiet von Norddeutschland ab. Besuchen Sie die Projekt Informationsseite! (Jörn Bartels)

DES Polizeiblätter

Seit einiger Zeit werden ja schon drei Polizeiblätter mit dem DES erfasst:

Für diese drei Blätter wurden schon 135.000 Datensätze erfasst. Von den folgenden Polizeiblättern stehen uns jedoch auch Scans zur Verfügung, und wir könnten mit der Erfassung beginnen:

  • Allgemeiner Polizei Anzeiger, Friedrich Eberhardt, Gotha, 1841-1867 – Thüringen ca. 17.000 Seiten
  • Der Wächter, C. A. Ackermann, Bützow, 1838-1899 – Mecklenburg-Schwerin ca. 30.000 Seiten
  • Königlich Sächsisches Gendarmerieblatt, Eduard Berndt, Dresden, 1860-1900 – Sachsen ca. 32.000 Seiten
  • Polizei und Gerichtsanzeiger für Königsberg und die Provinz Ostpreußen, Königsberg, 1885-1893 – Ostpreußen ca. 4.500 Seiten
  • Mittheilungen zur Beförderung der Sicherheitspflege, Merker, Berlin, 1829-1837 – Preußen ca. 4.500 Seiten

Die Projekte sollen in der Reihenfolge des Interesses von potentiellen Erfassern und Erfasserinnen bereitgestellt werden. Meldungen werden erbeten an Jörn Bartels some mail

DES-Adressbücher

Neben einigen neuen Bücher in der DigiBib z.B. Aschaffenburg 1952 und 1956 (Leihgaben von Monika Spatz) wurden im Laufes des Monats die Bücher Rastenburg 1906 und Wilhelmsburg 1926 im DES erfasst und stehen nun zum Durchsuchen zur Verfügung. Allen Helfern ein Dankeschön für die Mitwirkung. Zahlreiche weitere Adressbücher stehen auf der DES-Startseite zur Erfassung zur Verfügung. Alle Neuigkeiten sind im ausführlichen Adressbuch-Newsletter einzusehen. (Gerhard Stoll)


Grabsteine

Im Mai 2016 wurden die Grabsteine von über 50 Friedhöfen fotografiert und die Grabsteininschriften erfasst. Hier sind die 50 neuesten dokumentierten Friedhöfe aufgelistet. Ein Dankeschön an alle Projektteilnehmer für die Mitarbeit! (Holger Holthausen)


Online-OFB

Im Mai gingen 4 Ortsfamilienbücher aus der Uckermark online. Bei allen waren die online zugänglichen Kirchenbuchduplikate des Brandenburgischen Landeshauptarchivs die Quellengrundlage. Bearbeiter ist Christian Schulz (Brandenburgische Genealogische Gesellschaft Roter Adler)

Weitere neue Ortsfamilienbücher:

  • OFB Reinersdorf (Oberschlesien) Standesamtsurkunden 1874-1884 von Rainer Schönfeld
  • OFB Matzdorf (Oberschlesien) von Ulrich Nowak mit 11.711 Personen
  • OFB Fauerbach (Friedberg) ev.-luth. (Wetteraukreis, Hessen) von Eckhard Sommer mit 210 Personen
  • OFB Branderoda (1676-1800) (Schwarzeiche-/Lauchatal, Sachsen-Anhalt) von Steffan Bruns
  • OFB Groß Tajax (1610-1820) (Kreis Znaim, Südmähren, Tschechien) von Walter Kailbach aus Österreich
  • OFB Guldenfurt (Südmähren, Tschechische Republik) von Walter Kailbach, Österreich. Im Archiv des Südmährischen Landschaftsrates liegen unter dem Titel „Guldenfurter Familien 1770-1945“ die gebundenen Manuskripte von L. Kleindienst. Diese sind auch die Hauptquelle für das OFB Guldenfurt (deu), Kolenfurt (cz), jetzt Brod nad Dyjí.
  • OFB Stefanów (1885-1886) (gmina Cycow, powiat łęczyński, województwo lubelskie, Polen) von Klaus Kurzmann mit 109 Personen
  • OFB Kronstadt (Juden) (Braşov (rumänisch), Brassó (ungarisch) in Siebenbürgen/Rumänien) 1851-1906 mit 4.181 Personen.
  • OFB Fogarasch (Juden) (Făgăraş (rumänisch), Fogaras (ungarisch) in Siebenbürgen/Rumänien) 1820-1908 mit 3.581 Personen.

GOV-Patenschaft

Unter der Bezeichnung GOV Niedersachsen (GOV-NI) hat der Niedersächsische Landesverein für Familienkunde (NLF) 2015 die Patenschaft für alle niedersächsischen Orte im Genealogischen Ortsverzeichnis übernommen. Durch dieses Projekt sollen systematisch alle Kreise, Gemeinden und Orte und Wohnplätze in Niedersachsen nach amtlichen Quellen für die aktuellen Gebietsstände auf hierarchisch richtige Zuordnung überprüft, korrigiert, ergänzt und insbesondere alle Orte und Wohnplätze mit Koordinaten versehen werden. Eine wichtige Grundlage ist dabei das amtliche Ortsverzeichnis (ATKIS) der niedersächsischen Landesvermessung (LGLN) mit den geografischen Namen der Orte und Wohnplätze mit Koordinaten. Dort nicht verzeichnete Orte, die im GOV bereits angelegt wurden, aber ohne oder nicht ausreichend genaue Koordinaten vorliegen, werden in historischen Quellen, Verzeichnissen und Karten gesucht und ebenfalls geographisch verortet. Die Koordinierung und Hauptbearbeitung im Projekt liegt bei Volkmar Tönnies und Albert Emmerich. Der Bearbeitungsstand für alle Landkreise und kreisfreien Städte wird in der untenstehenden Tabelle und der graphischen Übersicht dokumentiert.

Dies kann ein Vorbild und Ansporn für alle genealogische Verbände sein, die in einem der Bundesländer oder regionalen Forschungsgebiete tätig sind.

Internet

Neu bei Archion

Neue Kirchenbücher bei Archion gingen in den vergangenen vier Wochen online: Zentralarchiv der Evangelischen Kirche der Pfalz (> 50 Orte), Landeskirchliche Archive der Evangelischen Kirche von Westfalen (> 30 Orte) und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (13 Orte). Derzeit werden weitere Kirchenbücher aus Württemberg (Stuttgart) und Bayern importiert. Weitere Bücher aus der Landeskirchliches Archiv der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck werden folgen. Hier ist die jeweils tagesaktuelle Übersicht der neuen Digitalisate.

Im neuesten Archion-Newsletter wird auf das bevorstehende Reformationsjubiläum 2017 hingewiesen. Über das Jubiläum informiert umfassend die Webseite Luther2017. Im Projekt „Digitales Archiv der Reformation (DigiRef)“ im Reformationsportal Mitteldeutschland kann man sich weiter über die Geschichte der Reformation informieren. Präsentiert werden ausgewählte Dokumente, wissenschaftlich aufbereitet, aus den mitteldeutschen Kernlandschaften der Reformation. Mit dem Ausstellungsmodul „Schaufenster“ und dem Forschungsmodul „Visitationsprotokolle“ richtet es sich sowohl an Bildungseinrichtungen, kirchliche Gruppen und interessierte Laien als auch an die Fachwissenschaft und die Orts- und Heimatforschung. Wer also schon immer wissen wollte, wie die Bannandrohungsbulle gegen Martin Luther oder ein Ablassbrief aussieht, hat hier seit Ende 2015 die Gelegenheit dazu.

Digitalisate aus Ostpreußen

Fritz Loseries hat auf dem Portal Ostpreussen zusammengestellt, welche Kirchenbücher aus Ostpreußen online bei FamilySearch.org einsehbar sind. Unter dem Link „East Prussia Church Records“ findet man eine Liste der Kirchspiele bzw. Kirchorte, die die Mormonen als Mikrofilm-Kopien in den Genealogischen Forschungsstellen der Mormonen (viele davon auch in Deutschland) zur Verfügung stellen. Einige dieser Filme sind bereits digitalisiert und online gestellt. Die einzelnen Digitalisate kann man auch herunterladen. Wenn man auf die Seiten der einzelnen Kirchspiele geht (zwei Klicks weiter), findet man eine Auflistung der Kirchenbuch-Art und des Zeitraums, auf den sich der Mikrofilm-Satz bezieht. Am Ende einer jeden Zeile können Sie durch zwei Icons (Filmrolle und Kamera) erkennen, ob diese nur als Mikrofilm oder auch als Digitalisat bereits vorliegen. Am Ende einer Zeile sind die Anzahl der Digitalisate (Scans der Microfilm-Seiten), der Seiten (Schreibmaschine) bzw. der Einträge (Datenbank von FamilySearch.org) zum jeweiligen Film angegeben.

Personenstandsregister Prinzenthal

Michael Johne veröffentlich auf seinem Blog das Personenstandsregister Prinzenthal (Wilczak) mit den standesamtlichen indizierten Einträgen von Geburten, Heiraten und Sterbefälle aus Prinzenthal bei Bromberg in Posen/Preußen aus den Jahren 1878-1910. Bisher sind 122 Einträge = 1,2 % (überwiegend Geburten) erfasst.

Ancestry erhält niederländische Daten

Das niederländische Centraal Bureau voor Genealogie CBG Zentrum für Familiengeschichte in Den Haag hat Ende April 2016 mit Ancestry.com eine Vereinbarung getroffen, über 100 Millionen Personendaten von Niederländern zur Suche bei Ancestry zur Verfügung zu stellen. Bisher waren die Daten nur durchsuchbar bei {http://www.wiewaswie.nl WieWasWie.nl], einer landesweiten Online-Plattform für die Familienforschung in den Niederlanden. Hier arbeiten niederländische Archive und Institutionen daran, historische Personendaten für die Forschung online zugänglich zu machen.

ArkivDigital Schweden

Die schwedische Firma ArkivDigital hat einen neuen Meilenstein mit 60 Millionen fotografierten Digitalisaten erreicht. Jeden Monat kommen ca. 600.000 neue Farbfotos von Kirchenbüchern bis 1945 und staatlichem Archivmaterial hinzu. So wurden z.B. Geburten, Heiraten und Sterbefälle aus dem Statistiska centralbyråns (SCB, Statistisches Zentralbüro) aus den Jahren 1925 to 1945 bei ArkivDigital zugänglich. Die Kirchenbücher aus den Provinzen Blekinge, Gotland, Halland, Jämtland, Kopparberg, Kristianstad, Malmöhus, Stockholm, Södermanland und Värmland sind komplett erfasst.

Software

Omega

Boris Neubert meldet, dass ab sofort die Version 2.0.5 der grafischen Benutzeroberfläche AGS mit der Omega Version 5 Revision 593 verfügbar ist. Diese Version behebt Fehler in der vorherigen Version 2.0.4. Diese Version ist für alle Anwender von AGS 2.0 kostenlos. Anwender von AGS 2.0 laden bitte das Setup aus dem neuen Portal herunter. Klicken Sie dazu bitte auf den Knopf Anmeldung auf der Portalseite und melden sich mit dem Benutzernamen und dem Kennwort an, mit dem Sie sich im Portal registriert haben. Nach erfolgreicher Anmeldung klicken Sie bitte auf den Knopf Nachrichtenzentrale und laden dann das Installationsprogramm durch Klick auf die Datei ags-2.0.5-setup.exe auf Ihren Rechner herunter und führen es dort aus. Hinweise zum Umstieg von AGS 1.8 auf AGS 2.0 und bei Fragen zu AGS 2.0.5 und Omega 5.593 und zum neuen Portal finden Sie auf der Homepage.

Wissen

Linkliste zur Geschichte

Jan Wieske hat auf der Webseite des Arbeitskreises für Wirtschafts- und Sozialgeschichte Schleswig-Holsteins eine nützliche Linkliste für Digitalisate und Online-Hilfsmittel zur schleswig-holsteinischen Landesgeschichte erstellt. Im Downloadbereich der Webseite werden auch alte gedruckte Statistiken des 18. und 19. Jahrhunderts, die sonst nur schwer zu beschaffen sind, bereitgestellt.

  • Boysen Statistische Übersichten von 1894 (4,0 MB)
  • Gemeinden und Gutsbezirke von 1871 (29 MB)
  • Gudme Bevölkerung von 1819 (17 MB)
  • Oeder Volkszählung von 1769 (28 MB)
  • Statistisches Tabellenwerk von 1846 (600 MB)
  • Tabellen Volkszählung von 1835 (113 MB)
  • Wobeser Statistik von 1887 (19 MB)

Bürger schaffen Wissen

Man muss kein Wissenschaftler sein, um sich an wissenschaftlichen Projekten zu beteiligen. Jeder interessierte Bürger kann seinen Teil dazu beitragen und mit eigenen Forschungsarbeiten die Arbeit von Wissenschaftlern unterstützen. Diese nicht ganz neue Idee erfährt durch Datensammlung oder -auswertung per Smartphone-Apps oder am PC in verschiedenen Forschungsprojekten eine neue Dimension. Die Plattform Citizen Science „Bürger schaffen Wissen“ versucht, eine Brücke zu schlagen zwischen solchen Projekten und Menschen, die in ihrer Freizeit selbst bei dem einen oder anderen Projekt Wissen beitragen möchten. CompGen ist dabei mit drei Projekten bzw. Angeboten vertreten: dem Grabstein-Projekt, dem Genealogisches Ortsverzeichnis GOV und dem DatenErfassungsSystem DES – wobei letzteres übergeordnet für zahlreiche Einzelprojekte steht. Dabei sind beispielsweise aus dem Genealogie-Bereich auch: das Genealogische Postkartenarchiv, die Datenbank der Opfer der NS-Euthanasie, das sächsische Gemeinschaftsprojekt .:webgenealogie:. Und Projekte zur Heimatgeschichte.

Im Rahmen des Projekts wurde eine „Citizen Science Strategie 2020 für Deutschland“ entwickelt, die nun als Grünbuch veröffentlicht worden ist. Unser Verein hat sich in den Entwicklungsprozess eingebracht, u. a. durch Mitausrichtung eines Dialogforums im Mai 2015 über „Datenqualität, Datenmanagement und rechtliche Aspekte in Citizen Science“ und durch die Einreichung eines Positionspapiers zum Entwurf der Strategie.

Archive

Digitalisierung in Baden-Württemberg

Die Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg beim Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg hat beschlossen, landesweit neun Projekte in Buchen, Donaueschingen, Heidelberg, Karlsruhe, Ludwigsburg und Stuttgart zu fördern. Diese befassen sich mit Erhalt, Erschließung und Digitalisierung von Archiv- und Bibliotheksgut mit besonderem Bezug zur Geschichte des Landes. Die Gesamtförderung beträgt rund 599.000 Euro. Unter anderen Projekten werden die genealogisch interessanten Mannschafts-Stammrollen des XIII. Armeekorps im Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart mit 6.404 Verzeichnungseinheiten und digitalisiert.

Schutzfristen verkürzt

Das Bundeskabinett hat den Entwurf für ein neues Bundesarchivgesetz verabschiedet. Um die Nutzer- und Wissenschaftsfreundlichkeit zu verbessern, wurden vor allem die Schutzfristen angepasst: So sollen die Schutzfristen für Archivgut des Bundes mit personenbezogenen Daten von 30 Jahren nach dem Tod der jeweiligen Person auf zehn Jahre verkürzt werden. Aufgenommen wurde auch eine Regelung, wonach die Bundesbehörden ihre Unterlagen nach spätestens 30 Jahren an das Bundesarchiv abgeben sollen.

Kirchenbücher in Dessau

Das Archiv der Evangelischen Landeskirche Anhalts startet die Digitalisierung der Kirchenbuchbestände. In den kommenden zwei Jahren sollen zunächst die 450 Bücher digitalisiert werden, die im Archiv in Dessau verwahrt werden. Eine Übersicht der dort lagernden Bücher ist hier zu finden. Die noch in den Gemeinden liegenden Kirchenbücher werden erfasst und digitalisiert, sofern die Genehmigung der Gemeinden erteilt wurde. Zunächst werden die Dessauer Pfarreien bearbeitet. Nach und nach werden die Digitalisate an Archion übergeben.

„Die Eroberung der Archive?“

Die Leiterin der Deutschen Zentralstelle für Genealogie/Sonderbestände im Staatsarchiv Leipzig und Vorstandsmitglied im Verein für Computergenealogie, Thekla Kluttig, sprach auf dem 18. Deutsch-Niederländischen Archivsymposium im Herbst 2015 unter dem Vortragstitel „Neue Verwandtschaftsforschung oder: Die Eroberung der Archive?“ über das Verhältnis zwischen Archivaren und Familienforschern. Sie stellte vor, wie Familienforscher heute arbeiten, berichtete über Kooperationen zwischen Archiven und Familienforschern in Deutschland und den Niederlanden und hinterfragte die Haltung in den deutschen Archiven zu Familienforschern. Abschließend plädierte sie für den Ausbau von Kooperationen. Der Beitrag ist jetzt veröffentlicht im aktuellen Heft der „Archivpflege für Westfalen-Lippe“ und kann (auf S. 10ff.) aufgerufen werden.

Gelesen in…

Die Presse, Wien

10.06.2016: Auch Ötzi stammt von Bauern ab. Die Landwirtschaft gelangte über Migration nach Europa. Die Vorfahren der Europäer kommen aus Gebieten des heutigen Griechenlands und der Türkei rund um die Ägäis und waren Bauern. Das ist das Ergebnis europäischer Ahnenforschung, an der auch österreichische Wissenschaftler beteiligt waren. Ihre Erkenntnisse veröffentlichten sie nun im Fachjournal „Pnas“. Ihre Forschung liefere der Vorstellung den Gnadenstoß, dass sich die Landwirtschaft nach und in Europa durch die Verbreitung von Ideen ohne nennenswerte Migration ausgebreitet habe, schreiben sie.

RP-Online (Meerbusch)

01.06.2016: Das Meerbuscher Stadtarchiv lässt den kompletten Bestand an Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden digitalisieren. Bücher aus drei Jahrhunderten werden bei der Firma MSV Systemhaus GmbH, einem Fachanbieter für Dokumentations- und Archivsysteme, in digitalisierte Form gebracht. Nach Neuss und Grevenbroich ist Meerbusch die dritte Stadt im Rhein-Kreis, die ihre Familienstandsunterlagen digital speichern lässt. Die übrigen, so hat der Arbeitskreis der Kommunalarchivare entschieden, werden folgen.

RP-Online (Remscheid)

14.05.2016: Der Auftrag an das Remscheider Stadtarchiv eines 90-Jährigen aus Süddeutschland, seine alte Jugendliebe aus der Kriegszeit zu finden, konnte zwar erfüllt werden, aber als sich der Auftraggeber auf den Weg in das Remscheider Altenheim machte, erkannte seine große Liebe ihn nicht mehr. Sie war an Demenz erkrankt. Wer sein Gedächtnis verliert, verliert seine Identität. Das gilt für Menschen, aber auch für Städte. Das Remscheider Archiv ist das Gedächtnis der Stadt. Der historische Schatz, der an der Hastener Straße in eigens klimatisierten Räumen sicher verwahrt wird, ist riesig. Allein die Präsenzbibliothek umfasst mehr als 10 000 Bände zur Geschichte der Stadt.

Kaleidoskop

Foto Scanner App Unfade

Timo Kracke berichtet in seinem Blog von den Erfahrungen, Fotoalben mit der Foto Scanner App Unfade von Scanbot zu digitalisieren. Unfade erledigt im Grunde dieselbe Aufgabe wie Photomyne, setzt hier aber verstärkt auf verbesserte Bildqualität. Bei den ersten Tests mit einem Fotoalbum, war er im ersten Moment enttäuscht, dass keine komplette Seite fotografiert und erkannt werden kann. Nachdem aber die Funktionsweise bekannt war, jedes Bild einzeln und dadurch auch in besserer Qualität vorlag, ging das erste Album sehr schnell von der Hand. Auch das Ergebnis mit selbstständig erkannten Rändern und weissen Kanten, war im Test besser als mit Photomyne. Die App ist für 4,99 € für iOS verfügbar. Über eine Android App kann man noch nichts sagen.

Der Ball ist rund

Die Europameisterschaft beschäftigt die Mainzer NamenforscherInnen, die sich passende „Fußball-Familiennamen“ zur Deutung vorgenommen haben: Spieler, Ecke, Ballweg, Loser. Diese Familiennamen haben nichts mit Fußball zu tun.

Die Vornamen Eilica und Bathildis

Klaus Graf setzt seine Serie „Frauen-Traditionsnamen in Adelsfamilien vom 10. bis 20. Jahrhundert“ mit den Namen Eilica und Bathildis fort. Ausgangspunkt war wohl die AfD-Vizevorsitzende Beatrix Amelie Ehrengard Eilika von Storch, geborene Herzogin von Oldenburg (* 1971), deren Großvater Nikolaus Friedrich Wilhelm von Oldenburg, der letzte Erbgroßherzog, historisierende Vornamen aus der Ahnenreihe des Hauses Oldenburg bei seinen Kinder einführte. Sie heißen Huno, Egilmar, Altburg, Bathildis und Eilika.

Vereine und Gruppen

CompGen-Treffen in Köln

Am 8. Juni 2015 fand ein erstes Treffen von CompGen-Mitgliedern und DES-Erfassern der Kölner Sterbeurkunden im Hotel-Restaurant ‚Zagreb’ in Köln-Holweide statt. Als Testballon wurden zunächst nur die Mitglieder der DES-Mailingliste angesprochen, weil die Erfassung und Admin-Freigaben der Kölner Sterbeurkunden im Vordergrund stehen sollte. Neun Teilnehmer kamen zusammen, weitere Interessenten hatten sich für das Treffen entschuldigt. Günter Junkers führte am Rechner an Beispielen die notwendigen Aufgaben des Admins vor. Die gezeigten Beispiele halfen, Klarheit für diverse Fälle und Fragen zu schaffen. Mit Klaus Hopmann aus Köln haben wir einen weiteren Admin gewonnen. Weitere werden noch gesucht, um den Berg der noch freizugebenden und korrekturbedürftigen erfassten Urkunden abzuarbeiten.

Beim gemeinsamen Essen war die einhellige Meinung, dass weitere Treffen für alle CompGen-Mitglieder offen sind und Werbung für weitere DES-Erfasser (auch außerhalb von CompGen) gemacht werden soll. Themen der weiteren Treffen können aus allen Arbeitsbereichen unseres Vereins kommen. Die Gruppe beschloss, sich jeden zweiten Mittwoch im Monat am gleichen Ort zu treffen, beim nächsten Mal also am 13. Juli 2016 um 19 Uhr im Hotel-Restaurant Zagreb, Adresse: Bergisch Gladbacher Str. 580, 51067 Köln, Telefon:0221 632746. Die Termine sind im Tageskalender eingetragen.

Neue AGT-Geschäftsstelle

Die Arbeitsgemeinschaft Genealogie Thüringen e.V. (AGT) hat seit 01.06.2016 eine neue Geschäftsstelle im ehemaligen Hospital Maria Magdalena, Brühl 4 in Gotha. Dort wurde ein „Haus der Genealogie“ eingerichtet, das als Anlaufpunkt für Interessenten an der Genealogie, Heraldik und Heimatkunde dienen soll. Am 10.06.2016 wurde die Geschäftsstelle eröffnet und ein Tag der Familien- und Heimatgeschichte zusammen mit anderen historischen Vereinen ausgerichtet.

Termine

AFAG-Archiv und Forschungsstelle

Der Vorsitzende Willi-Martin Jäger des Arbeitskreises Familien- und Ahnenforschung e.V. (AFAG) lädt zum Tag der offenen Tür am 3. Juli 2016 in der neuen Forschungstelle und Archiv nach Geislingen-Eybach, Von-Degenfeld-Straße 15, 73312 Geislingen an der Steige, ein. Informieren Sie sich über die Familien und Ahnenforschung in der Region zwischen Fils, Brenz und Donau. Fürs leibliche Wohl ist gesorgt.

Genealogischer Kalender

Für den Monat Juni 2016 sind 22 Termine, für Juli 2016 sind 13 Termine im „Genealogischen Kalender“ eingetragen.
Die Inhalte der Veranstaltungen sowie Uhrzeiten, Ortsangaben und Veranstalter finden Sie hier.